25 April 2011, 23:24
Hochzeitsfotograf Grundlagen der Bildgestaltung
Hochzeitsfotograf, Fotograf Standesamt Düsseldorf
Jedes Bild soll interessant für den Betrachter sein, er soll es verstehen. Das Foto soll natürlich wirken und nach allen technischen Regeln gestaltet sein.
Zum größten Teil basiert unsere Wahrnehmung der Welt auf dem so genannten Vorstellungstrieb. Jeder von uns kennt einzelne Gegenstände schon aus dem Alltag, wir wissen, welche Form, Farbe und Eigenschaften sie haben. Wir empfinden sie aber nicht so, wie sie nur in diesem Augenblick aussehen oder in welchem Zustand sie sich zu dem Zeitpunkt befinden. Unser Gehirn nimmt lediglich die Impulse wahr, die unsere komplette Umweltwahrnehmung auslösen, basierend auf unserer Erfahrung und Vorstellung, die wiederum auf unseren Erinnerungen basieren.
So kann man erklären, warum wir einzelne Gegenstände nur so wahrnehmen, wie wir sie kennen, z.B. ausschließlich in einer bestimmten Farbe, auch wenn wir diesen Gegenstand in einer anderen Beleuchtung sehen.
Wir sehen nicht die Farbe, die tatsächlich auf dem Bild präsentiert ist, sondern die Farbe, die wir gewohnt sind zu sehen.
Das gleiche kann man auch über die Form eines Gegenstandes sagen. Es reicht uns, nur ein Teil des Gegenstandes zu sehen und schon nehmen wir diesen komplett wahr, so wie wir diesen aus dem Alltag kennen. Dabei ist es nicht ausgeschlossen, dass der Rest des Gegenstandes, der noch nicht zu sehen ist, stark verändert aussieht.
Eine sozusagen halb-automatische Wahrnehmung ist nur in Verbindung mit einem gesamten Umfeld möglich. Man ändere eine Kleinigkeit im Umfeld, verliert der Trieb bedeutend an seiner Kraft. Als Folge erkennt man vielleicht den Gegenstand gar nicht.
Vergleichbares passiert, wenn zum Beispiel ein Künstler etwas in der Farbe darstellt, die der Gegenstand zum Zeitpunkt des Malens hat und sich diese Farbe von der unterscheidet, die wir aus dem Alltag kennen. Dann erscheint uns die dargestellte Farbe unnatürlich und falsch.
Wahrscheinlich gerade aus diesem Grund nehmen wir die Farbfotos als unnatürlich wahr, obwohl diese genau die Farben darstellen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme der bestimmte Gegenstand in Wirklichkeit hatte.
Wir (Fotografen) müssen uns also von unserer automatischen Wahrnehmung bewusst befreien, um die scharfe und verständliche Darstellung der Realität auf dem Foto sehen zu können. Die Realität, die uns umgibt, ist nämlich viel schöner und reichhaltiger als wir sie jeden Tag sehen.
Die Hauptaufgabe und Stärke der Fotografie ist es, die wahre Gestalt der Welt um uns herum zu eröffnen, ihre Schönheit und ihre Vielfältigkeit neu zu zeigen.
Unsere Grenze darf nicht die oberflächliche Bekanntschaft mit der Realität sein. Auch wenn wir von dem momentanen Inhalt des Augenblicks oder von einer Handlung fasziniert sind, dürfen wir keine Aufnahmen machen, die uns alleine der Zufall vorgibt. Wir dürfen nicht davon überzeugt sein, dass wir die Welt, die wir fotografieren, tatsächlich verstehen.
Wir können nur davon ausgehen, was wir in den Augenblick durch die Mattscheibe oder im Sucher der Fotokamera sehen.
Wir müssen uns von unserer vorhandenen Erfahrung in diesem Moment abstrahieren und die Komposition nur so betrachten, wie sie in genau diesem Augenblick ist.
Darin liegt der Unterschied zwischen einer künstlerischen und einer fotografischen Darstellung der Realität. Bei einem Künstler braucht es mehr Zeit und Aufwand, die Realität abzuschätzen, als normalerweise. Ein Künstler stellt sich im Voraus die Art und die Eigenschaften des Gegenstandes vor, wählt die vorteilhafteste Methode, diesen auf einem Bild zu zeigen und erst dann fängt damit an, es zu malen.
Ein Fotograf sieht ein interessantes Objekt und denkt in den meisten Fällen zuerst an die Technologie: die Fokussierung, die Blendung, der Schlitzverschluss usw. Ein Fotograf-Anfänger denkt nicht an die Charaktereigenschaften des zu fotografierenden Objekts und an die vorteilhafteste Methode, es zu präsentieren, bevor er den Auslöser abdruckt. Er spielt nur ein paar technische Aspekte in seinem Kopf ab und macht die Aufnahme. Nach dem Ausdrucken des Fotos folgt in solchen Fällen aber die große Enttäuschung.
Jeder guter Fotograf soll also all diese Gedanken an die Technologie, Licht, Komposition und alles andere immer im Kopf halten und an all das automatisch beim Aussuchen des Objekts und vor der Aufnahme denken. Nur so kann man gute Ergebnisse erzielen und nur so kann die Rede von einer Kunst, die neue Maßstäbe setzt, sein.
ARTES Hochzeitsfotograf, Fotograf für die standesamtliche Trauung Düsseldorf
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